Parental Alienation

PAS – Parental Alienation Syndrom – Teil 3

Ein Kind hat zwei Elternteile aus denen es entsteht und die jeweils hälftig ihr Erbgut weitergegeben haben. Somit hat das Kind, im Falle einer Trennung, ein Recht auf den Kontakt zu beiden Eltern, den es für eine gesunde Entwicklung braucht. Den Kontakt zur weiblichen und männlichen Hälfte seiner Gegenwartsfamilie, ganz gleich, ob sie in einem Haushalt wohnen oder nicht.

Im Zusammenhang mit Parental Alienation werden Kinder jedoch oft vor die Wahl gestellt sich für den betreuenden Elternteil entscheiden zu müssen. Oder es weicht von sich aus dem großen Druck der ständigen Beeinflussung, weil es psychisch nicht in der Lage ist, diesem etwas entgegen zu setzen. Aber auch aus Angst auch diesen Elternteil noch zu verlieren. Es darf den entfremdeten Elternteil offiziell nicht lieben, obwohl diese Liebe unweigerlich da ist. Ein innerer Konflikt entsteht. Somit bleibt dem Kind zum Überleben nur ein Verhalten wie es aus den Symptomen des PA – Syndroms bekannt ist. Es verleugnet den doch so geliebten Elternteil und äußert dies als freiwillige Handlung. Eine Überlebensstrategie, die die Abspaltung des Elternteiles zur Folge hat, der nicht mehr im gleichen Haushalt wohnt. Je länger dieser Zustand andauert, desto mehr verinnerlicht das Kind diese Einstellung als die eigene. Die psychische Gesundheit des Kindes ist in Gefahr.

Eine Schlüsselrolle kommt dem nahen Umfeld beider Elternteile zu, in der Hauptsache den Großeltern, aber auch weiteren Familienangehörigen. Können diese die eigenen Wertungen, Abhängigkeiten und Machtansprüche gegenüber dem Kind beiseitelassen, sind sie ein wichtiger Faktor, um eine Entfremdung und damit den emotionalen Missbrauch zu erkennen. Im Idealfall unterstützen sie das Kind in einem gesunden Kontakt zu Mutter oder Vater, da sie mitverantwortlich für die Entwicklung des Kindes sind.

Der Film „Weil du mir gehörst“ von Alexander Dierbach widmet sich dem Thema PA Syndrom am Mittwoch, 12. Februar 2020 um 20.15 Uhr in der ARD. Der anschließende Talk um 21.45 Uhr wird moderiert durch den ARD – Rechtsexperten Frank Bräutigam und vertieft dieses Thema noch. Der Film ist bereits in der ARD – Mediathek verfügbar.

Parental Alienation

PAS – Parental Alienation Syndrom – Teil 2

Das Parental Alienation Konzept wurde ursprünglich von Richard A. Gardner, einem amerikanischen Kinderpsychiater, formuliert. In Folge einer Trennung bzw. Scheidung wird das Kind zur Waffe im Konflikt der Eltern und damit werden die Probleme der Beziehung auf das Kind übertragen.

Das Kind erfährt bei dem betreuenden Elternteil und oft auch bei dessen Familie, eine immer wieder kehrende Herabsetzung des getrenntlebenden Elternteiles. Die Hasstiraden färben so langsam auf die Kinderseele ab und können bis zur völligen Ablehnung der eigenen Mutter, des eigenen Vaters führen.

Gardner legte folgende Symptome fest, die eine leichte, mittlere und schwere PAS ausmachen:

  1. Zurückweisung und Hass gegen den entfremdeten Elternteil
  2. Anführung absurder Gründe für diese Ablehnung
  3. Fehlen der normalen Ambivalenz gegenüber dem entfremdeten Elternteil
  4. Reflexartiges Partei ergreifen für den betreuenden Elternteil
  5. Übertragung der Feindseligkeit auf die gesamte Familie und das weitere Umfeld des entfremdeten Elternteiles
  6. Übernehmen von Redewendungen und Szenarien von dem betreuenden Elternteil
  7. Fehlen von Schuldgefühlen für das eigene Verhalten
  8. Bestehen auf die eigene, freie Entscheidung des Kontaktabbruches

In Fachkreisen wird auch von Indoktrination, Gehirnwäsche und Umprogrammierung gesprochen. Das Handeln des entfremdenden Elternteils kann seine Ursache z.B. in verletzten Gefühlen oder einer Kränkung mit dem Hintergrund einer Narzisstischen bzw. Borderline Persönlichkeitsstörung haben. Eine derart narzisstisch begründete Elternbeziehung mit emotionalem Missbrauch gegenüber Mutter oder Vater, beinhaltet im Falle einer Trennung eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Ausbildung eines PA-Syndroms beim Kind.

Der Film „Weil du mir gehörst“ von Alexander Dierbach widmet sich dem Thema PA Syndrom am Mittwoch, 12. Februar 2020 um 20.15 Uhr in der ARD. Der anschließende Talk um 21.45 Uhr wird moderiert durch den ARD – Rechtsexperten Frank Bräutigam und vertieft dieses Thema noch. Der Film ist bereits in der ARD – Mediathek verfügbar.

Parental Alienation

PAS – Parental Alienation Syndrom – Teil 1

Hinter diesem Namen verbirgt sich der emotionale Missbrauch an Kindern. Er wird mit dem Begriff Elternkindentfremdung übersetzt, die im Rahmen von Trennung, Scheidung und Sorgerechtsstreitigkeiten auftritt. Leider bleibt dieses Phänomen viel zu oft unerkannt oder wird von Beratungsstellen, Jugendämtern und der eigenen Familie heruntergespielt und fehlgedeutet. Es geht um Triangulierung in der Kommunikation, Isolation des Opfers und einem oft unerklärlichen Hass. Die Folge davon ist häufig ein verzweifelter, entfremdeter Elternteil, der den Kontakt zu seinem Kind für sehr lange Zeit, möglicherweise sogar für immer verliert.

Doch was ist dieses PA Syndrom eigentlich?

Richard A. Warshak, Ph.D., University of Texas Southwestern Medical Center/Dallas
definiert im Jahr 2005 folgende Punkte:

1.   Ablehnung oder Verunglimpfung eines Elternteils die das Ausmaß einer Kampagne erreicht, d. h. von Dauer ist, statt auf gelegentliche Episoden beschränkt zu sein.
2.   Die Ablehnung ist irrational, d. h. ist nicht eine angemessene Reaktion des Kindes auf das Verhalten des ausgegrenzten Elternteils.
3.   Die Ablehnung ist das Teilresultat des Einflusses des entfremdenden Elternteils.

Alle drei Elemente müssen gleichzeitig vorhanden sein damit von PAS gesprochen werden kann.

Die Folgen für die betroffenen Kinder sind weitreichend und werden vielfach unterschätzt: Entwicklungstrauma, Depression, Angst und Panickattacken, Unruhe, Drogensucht, keinen Bezug zur eigenen Wahrnehmung, Schlafstörungen
Es handelt sich demnach um eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung, verursacht durch narzisstischen Missbrauch.

Der Film „Weil du mir gehörst“ von Alexander Dierbach widmet sich dem Thema PA Syndrom am Mittwoch, 12. Februar 2020 um 20.15 Uhr in der ARD. Der anschließende Talk um 21.45 Uhr wird moderiert durch den ARD – Rechtsexperten Frank Bräutigam und vertieft dieses Thema noch.