Parental Alienation

PAS – Parental Alienation Syndrom – Teil 2

Das Parental Alienation Konzept wurde ursprünglich von Richard A. Gardner, einem amerikanischen Kinderpsychiater, formuliert. In Folge einer Trennung bzw. Scheidung wird das Kind zur Waffe im Konflikt der Eltern und damit werden die Probleme der Beziehung auf das Kind übertragen.

Das Kind erfährt bei dem betreuenden Elternteil und oft auch bei dessen Familie, eine immer wieder kehrende Herabsetzung des getrenntlebenden Elternteiles. Die Hasstiraden färben so langsam auf die Kinderseele ab und können bis zur völligen Ablehnung der eigenen Mutter, des eigenen Vaters führen.

Gardner legte folgende Symptome fest, die eine leichte, mittlere und schwere PAS ausmachen:

  1. Zurückweisung und Hass gegen den entfremdeten Elternteil
  2. Anführung absurder Gründe für diese Ablehnung
  3. Fehlen der normalen Ambivalenz gegenüber dem entfremdeten Elternteil
  4. Reflexartiges Partei ergreifen für den betreuenden Elternteil
  5. Übertragung der Feindseligkeit auf die gesamte Familie und das weitere Umfeld des entfremdeten Elternteiles
  6. Übernehmen von Redewendungen und Szenarien von dem betreuenden Elternteil
  7. Fehlen von Schuldgefühlen für das eigene Verhalten
  8. Bestehen auf die eigene, freie Entscheidung des Kontaktabbruches

In Fachkreisen wird auch von Indoktrination, Gehirnwäsche und Umprogrammierung gesprochen. Das Handeln des entfremdenden Elternteils kann seine Ursache z.B. in verletzten Gefühlen oder einer Kränkung mit dem Hintergrund einer Narzisstischen bzw. Borderline Persönlichkeitsstörung haben. Eine derart narzisstisch begründete Elternbeziehung mit emotionalem Missbrauch gegenüber Mutter oder Vater, beinhaltet im Falle einer Trennung eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Ausbildung eines PA-Syndroms beim Kind.

Der Film „Weil du mir gehörst“ von Alexander Dierbach widmet sich dem Thema PA Syndrom am Mittwoch, 12. Februar 2020 um 20.15 Uhr in der ARD. Der anschließende Talk um 21.45 Uhr wird moderiert durch den ARD – Rechtsexperten Frank Bräutigam und vertieft dieses Thema noch. Der Film ist bereits in der ARD – Mediathek verfügbar.