Parental Alienation

PAS – Parental Alienation Syndrom – Teil 1

Hinter diesem Namen verbirgt sich der emotionale Missbrauch an Kindern. Er wird mit dem Begriff Elternkindentfremdung übersetzt, die im Rahmen von Trennung, Scheidung und Sorgerechtsstreitigkeiten auftritt. Leider bleibt dieses Phänomen viel zu oft unerkannt oder wird von Beratungsstellen, Jugendämtern und der eigenen Familie heruntergespielt und fehlgedeutet. Es geht um Triangulierung in der Kommunikation, Isolation des Opfers und einem oft unerklärlichen Hass. Die Folge davon ist häufig ein verzweifelter, entfremdeter Elternteil, der den Kontakt zu seinem Kind für sehr lange Zeit, möglicherweise sogar für immer verliert.

Doch was ist dieses PA Syndrom eigentlich?

Richard A. Warshak, Ph.D., University of Texas Southwestern Medical Center/Dallas
definiert im Jahr 2005 folgende Punkte:

1.   Ablehnung oder Verunglimpfung eines Elternteils die das Ausmaß einer Kampagne erreicht, d. h. von Dauer ist, statt auf gelegentliche Episoden beschränkt zu sein.
2.   Die Ablehnung ist irrational, d. h. ist nicht eine angemessene Reaktion des Kindes auf das Verhalten des ausgegrenzten Elternteils.
3.   Die Ablehnung ist das Teilresultat des Einflusses des entfremdenden Elternteils.

Alle drei Elemente müssen gleichzeitig vorhanden sein damit von PAS gesprochen werden kann.

Die Folgen für die betroffenen Kinder sind weitreichend und werden vielfach unterschätzt: Entwicklungstrauma, Depression, Angst und Panickattacken, Unruhe, Drogensucht, keinen Bezug zur eigenen Wahrnehmung, Schlafstörungen
Es handelt sich demnach um eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung, verursacht durch narzisstischen Missbrauch.

Der Film „Weil du mir gehörst“ von Alexander Dierbach widmet sich dem Thema PA Syndrom am Mittwoch, 12. Februar 2020 um 20.15 Uhr in der ARD. Der anschließende Talk um 21.45 Uhr wird moderiert durch den ARD – Rechtsexperten Frank Bräutigam und vertieft dieses Thema noch.